bereits in 2. Auflage

Jörg Utschakowski, Gyöngyvér
Sielaff, Thomas Bock (Hrsg.): Vom Erfahrenen zum Experten. Wie
Peers die Psychiatrie verändern.
Psychiatrie-Verlag (Bonn) 2009. 260 Seiten.
ISBN 978-3-88414-470-1. 24,95 EURO, CH: 44,90 sFr.
Peer-Arbeit leistet
einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung psychiatrischer
Arbeit
Bock, Utschakowski und Sielaff
schildern in "Vom Erfahrenen zum Experten" Erfahrungen mit der
Peer-Arbeit. Außerdem geht es auf die Voraussetzungen sowohl für
die Psychiatrieerfahrenen ein, die sich als Peer qualifizieren
wollen, als auch für die Institutionen, die mit Peers arbeiten
wollen. Es regt zu einem Umdenken bei den in der Psychiatrie
Tätigen an und setzt den Recovery-Ansatz praktisch um.
Peers sind Menschen mit
Psychiatrieerfahrung, die in die fachliche Begleitung von z.B.
psychotischer Menschen oder Menschen mit Borderline einbezogen
werden
Psychiatrieerfahrene
Menschen kennen die Erlebniswelt von psychisch Kranken aus eigener
Erfahrung. Daher haben sie einen anderen Zugang zu psychisch
kranken Menschen. Peers kennen deren Gefühle und Erlebnisse, die
diese selbst vielleicht gar nicht angemessen artikulieren können,
weil sie an ihrem Erleben zu nah dran, wenn nicht mitten drin
sind.
Der große Vorteil der
Peerarbeit:
-
Menschen mit
Psychiatrieerfahrung wissen, was ihnen selbst warum geholfen hat
und was ihnen gefehlt hat.
-
Sie sind selbst den Weg
gegangen, den die akut Erkrankten noch vor sich haben.
-
Sie sind lebendes Zeugnis
dafür, dass es einen Ausweg, eine Lösung für das psychische
Problem gibt.
Die Peerarbeit ist aber auch
von großer Bedeutung für die Peers selbst, da sie ihnen hilft,
sich ein neues, sinnerfülltes Dasein aufzubauen, indem sie ihre
Erfahrungen nutzbringend für andere einbringen. Und auch Ärzte,
Therapeutinnen und Pflegepersonal profitieren, wenn sie die
Erfahrungen der Peers in ihre Arbeit mit einbeziehen - sie kommen
dem Erleben der Betroffenen näher und finden einen Übersetzer,
eine Übersetzerin für oft unartikuliertes Leiden.
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